Freitag, 23. November 2012

IBM Studie "The business of social business"

So wie @klauseck bin ich auch der Meinung, dass in Deutschland die twitternden (bloggenden, facebookenden, ... etc) CEOs und Geschäftsführer fehlen.


Vor einigen Tagen hat IBM einen Bericht veröffentlicht indem beschrieben wird, dass viele Unternehmen mittlerweile ihre Social Media Pläne beschleunigen und entsprechend mehr Mittel für solche bereitstellen. 46% der befragten Unternehmen haben in 2012 mehr Geld in Social Media investiert als im Vorjahr. Wenn man die nachfolgenden Ergebnisse der Studie liest, sollte man unbedingt beachten, dass es sich sowohl um Social Media für externe als auch für interne Kommunikation handelt.

Viele Unternehmen scheinen allerdings nicht zu wissen warum sie das tun.

So kann man in dem Bericht "The business of social business" (den man übrigens hier finden kann) lesen, dass nur 22% der Befragten glaubten, dass Manager genügend darauf vorbereitet seien "Social Tools" in Ihre tägliche Arbeit einzubinden. Zwei Drittel gaben sogar an, dass Ihnen die Auswirkungen von "social technologies" auf ihr Unternehmen innerhalb der nächsten 3 Jahre nicht bewusst seien.

Laut Studie liegt der Schlüssel zu einer beschleunigten Verbreitung von Social Media in Unternehmen in den folgenden Punkten:

1. Unternehmen müssen in der Lage sein die Expertise bei Ihren Mitarbeitern aufzubauen, die notwendig ist um Social Media zu nutzen.

2. Unternehmen müssen Verhaltensänderungen fördern, die eventuell eine noch größere kulturelle Veränderung nach sich ziehen.

Nur ein Viertel der Unternehmen glauben derzeit, dass sie auf die kulturellen Veränderungen dieses Wandels ausreichend vorbereitet sind.

Das Ergebnis der Studie macht sehr gut deutlich, dass Social Media nicht wie eine Software eingeführt werden kann und dann funktioniert, sondern Veränderung in IT  + Organisation + Management + Kultur notwendig macht. Ist Ihr Unternehmen bereit dafür? Spannend wäre für mich, welche Ursachen die Ergebnisse der Studie haben.

Zu 2.
Besonders spannend: 
Was macht den kulturellen Wandel so schwer, 
obwohl die (riesigen) Vorteile bei der Nutzung von Social Media im Unternehmen so eindeutig sind? 

Vielleicht sind Führungskräfte oft einfach nicht bereit, ihren völlig veralteten Management-Stil aus dem Industriezeitalter aufzugeben, um endlich so zu führen wie es in einer vernetzten Welt sinnvoll ist. 
Nur so eine Vermutung..... 

command-and-control funktioniert mit Sicherheit nicht mehr, wenn durch eine Kultur der Zusammenarbeit Werte wie Offenheit, Transparenz, Authentizität, Verantwortung wichtig werden.

Zu 1.
Dass es an der Nutzung der Tools scheitert kann ich mir nur schwer vorstellen. Die meisten Mitarbeiter (insbesondere die jüngere Generation) werden keinerlei Schulung benötigen um die Tools zu nutzen, da Sie in Ihrem Privatleben Facebook, Twitter und Co. schon lange nutzen. Selbst wenn man Social Media nicht intensiv privat nutzt ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase schnell klar, wie diese Tools funktionieren.

Zur Social Media Expertise gehört aber mehr als nur zu wissen wie man die Tools bedient. Wie sehen zum Beispiel die firmeninternen Social Media Richtlinien aus? Was ist für die Öffentlichkeit bestimmt und was nicht? Eine spezielle Form der Medienkompetenz ist sicherlich notwendig um Social Media nützlich einzusetzen.

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Unter Umständen sind tatsächlich die Vorteile von Social Media im Unternehmen nicht bekannt. Dazu sollte ich dann separat etwas Ausführliches schreiben. Die Vorteile sind nämlich mittlerweile so gründlich belegt, dass man sich nicht gegen die Fakten wehren kann. Aber das hebe ich mir für das nächste Mal auf...




Freitag, 26. Oktober 2012

Social Business? Enterprise 2.0 ?!

Die Begriffe "Social Business" oder "Enterprise 2.0" werden häufig benutzt, erscheinen aber oft nebulös. Vermutlich ist das so, weil so viele Bereiche berührt werden (IT, Management, Kollaboration, PR, Marketing) und auf allen Ebenen sehr viel umdenken erforderlich ist (Offenheit, Vertrauen, Miteinander, etc.) 
Was die ganze Angelegenheit nicht leichter macht: Die Begriffe "Social Business" und "Enterprise 2.0" werden oft fälschlicherweise synonym verwendet. Hier also der Versuch einer Erklärung:


Enterprise 2.0
Der Begriff wurde zum ersten Mal im Jahr 2006 von Andrew P. McAfee in seinem Artikel "Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration" (.pdf) verwendet.

Wenn man von Enterprise 2.0 spricht handelt es sich in erster Linie um den Einsatz von Web 2.0 Technologien im Unternehmen. Für diejenigen die mit dem Begriff Web 2.0 Technologien nichts anfangen können: Die Erklärung ist relativ einfach. Hauptmerkmal des Web 2.0 ist User-generated Content. Inhalte die von den Nutzern selbst bereitgestellt werden. Sehr entscheidende Kriterien sind neben der Bereitstellung der Inhalte, die Möglichkeit Inhalte zu teilen (Share-Button und Ähnliches) und die Möglichkeiten der Interaktion zwischen den Nutzern.

Dies kann über unterschiedlichste Kanäle und Technologien passieren (Blogs, Microblogging-Platformen wie posterous und tumblr, Youtube, Twitter, Facebook, Wikis, Google-Docs / Google Drive, Evernote, Dropbox, Box, SugarSync, Social Networks innerhalb des Unternehmens wie beispielsweise Salesforce, Yammer oder Socialcast).

Die eingesetzten Technologien dienen sowohl der Zusammenarbeit innerhalb der Organisation (z.B. Projektkoordination, Wissensmanagement), als auch der Außenkommunikation (Marketing, PR, Information).
Enterprise 2.0 ist eine ganzheitlichere Sicht. Es geht nicht nur um Technologien oder darum wer die Inhalte bereitstellt. Im Gesamtkontext eines Unternehmens oder einer Organisation ist vor allem wichtig wie die Zusammenarbeit durch Web 2.0 Technologien verbessert wird. Auch die Anforderungen an das Management sind in einer vernetzten Organisation völlig andere als in einer hierarchischen Struktur.

Um das Thema vollständig bearbeiten zu können ist also ein Verständnis der zur Verfügung stehenden Technologie, der Anwendungsmöglichkeiten für diese Technologien und der notwendigen sozialen Veränderungen notwendig.


Social Business
Der Begriff "Social Business" wird im Marketingsprech manchmal verwendet als wäre es der moderne Nachfolger des Begriffs "Enterprise 2.0". Dies ist nach meiner Meinung irreführend. Ein Wirtschaftsunternehmen wird durch Einsatz von Web 2.0 Technologien zwar effizienter aber nicht automatisch karitativ. Das Business wird nicht sozialer. Kunden, Mitarbeiter und Management arbeiten mit Hilfe von Web 2.0 Tools einfach besser miteinander. Wenn man Wikipedia vertrauen kann ist der Begriff "Social Business" ein Synonym für "Social Enterprise" (s.u.).


Social Enterprise
Im englischen Sprachgebrauch versteht man unter "Social Enterprise" oder "Social Business" tatsächlich eine Organisation, die Business Strategie einsetzt um humanitäre Projekte, soziale Probleme oder Umweltschutzprojekte umzusetzen.



Freitag, 7. September 2012

ToDo-Liste. Aber social.




Wer ToDo-Listen anlegen möchte, die sich auch mit anderen teilen lassen, z.B. um Aufgaben zu delegieren hat mittlerweile eine gute Auswahl von Werkzeugen.

Toodledo



Eine der ältesten Lösungen ist Toodledo. Die erste gute TODO-App die es auf dem iPhone gegeben hat. Die Einstellungsmöglichkeiten sind sowohl in der App als auch in der Weboberfläche nahezu unbegrenzt. Das erscheint am Anfang etwas unübersichtlich erlaubt aber sehr genaue Einstellungsmöglichkeiten. Zusätzlich gibt es vielfältige Benachrichtigungsoptionen. Man kann sich per Twitter, SMS oder Email benachrichtigen lassen, sobald Aufgaben fällig werden. Für iPhone-User ist dies jedoch nicht unbedingt notwendig, da die App auch die Notifications auf dem Gerät unterstützt. In der kostenpflichtigen Version die auch Ziele und Unteraufgaben ermöglicht lassen sich auch komplexe Projekte, die über eine reine TODO-Liste hinausgehen abbilden.

SAP Stream Work



Bei SAP Stream Work handelt es sich wahrscheinlich um eine relativ unbekannte Lösung, trotz des großen Namens. Dabei bietet Sie besonders wenn es um Zusammenarbeit geht sehr komfortable Funktionen. Es handelt sich nicht um eine reine TODO-Liste sondern gleichzeitig um ein Tool zur Abstimmung über Entscheidungen und Sammlung von Ideen. Mit Hilfe eines Dashboards lässt sich aus tausenden von Meinungen z.B. (von Mitarbeitern) sehr schnell auswerten wofür die Mehrheit der Personen abstimmt.

Wunderkit



Eine sehr gute Lösung, die aber leider eingestellt wird, weil das zweite Produkt von 6 Wunderkinder weiterentwickelt wird (Wunderlist). Es lässt sich für jedes Projekt ein Workspace einrichten indem man dann Tasks und Notizen ablegen kann. Außerdem können in jedem Projekt die Personen ausgewählt werden mit denen zusammengearbeitet wird.

DO (Salesforce)




Eine ebenso gute Lösung wie Wunderkit. Wunderkit und DO ähneln sich so stark, dass man sich fast fragen muss wer von wem abgeguckt hat.



[edit 2012-10-18]
Weitere Social Task-Management Software
...die ich aber selbst noch nicht ausprobiert habe:



Flow 




Fazit

Jedem der in Projekten arbeitet ist die Projektsteuerung per Excel-Tabelle bekannt, auch wenn dies längst der Vergangenheit angehören sollte. 

Die Vorteile einer Task-Management Software mit sozialen Funktionen liegen in folgenden Punkten:


  • Aufgaben können über die Software angelegt und deligiert werden. 
  • Im Gegensatz zu Exceltabellen erinnert die Taskliste den entsprechenden User (Datum und Uhrzeit) 
  • Sofern die Daten in der Task-Management Software gepflegt werden, muss nicht ein weiteres Meeting stattfinden um über den Projektfortschritt zu berichten. Auch Emails mit der aktualisierten ToDo-Liste mehrerer Nutzer gehören damit der Vergangenheit an. 
  • Über Apps können die Aufgabenlisten mobil vom Smartphone oder Tablet bearbeitet werden. In den meisten Fällen auch mit Zugriff auf die Aufgabenliste ohne Onlineverbindung.
  • Preise für die Lösungen sind in fast allen Fällen so gering, dass man nicht wirklich an der Kostenfrage scheitert. Zeitersparnis und Geschwindigkeitsvorteil wiegen die Kosten in jedem Fall auf. 

Wer sich die Lösungen ansieht sollte schnell merken, dass der Einsatz einer solchen Software sinnvoll ist und dass es genug Alternativen gibt um Aufgaben effizienter zu bearbeiten.

Man kann natürlich auch weiterhin Emails, Excellisten und unzählige Meetings verwenden...
[/edit 2012-10-18]


Anmerkung (Kanban / Lean Development):

Es gibt unzählige Tools die auch noch weit über ein Task-Management mit Funktionen für die Zusammenarbeit hinaus gehen und z.B. Kanban-Methoden oder Lean Development in der IT unterstützen. Eine Liste gängiger Tools für diese Anwendungen findet sich unter: http://limitedwipsociety.ning.com/page/tools





Dienstag, 28. Februar 2012

SAP is about to get social

So wie es kürzlich von Yammer per Twitter mitgeteilt wurde wird SAPs ERP System in Zukunft die Möglichkeit bieten, den Aktivitäten-Stream seiner Nutzer in Yammer, Salesforce oder Facebook zu posten. SAP Kunden die den Yammer SAP Connector installiert haben, können Updates aus allen SAP-Anwendungen (z.B. HR, ERP, CRM) in Ihre soziale Kommunikationsplattform einbinden.
Yammer hat dies durch die Nutzung der SAP API realisiert. Da immer mehr Software-Produkte APIs bieten, wird es in Zukunft immer mehr Anwendungen geben, die miteinander kommunizieren können. Durch die Einbettung von Infos aus Anwendungen in die sozialen Plattform von Unternehmen ergeben sich noch mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit und noch weniger Abstimmungsprobleme. Des Weiteren verschmelzen die Arbeitsprozesse hierdurch immer stärker. So wird zum Beispiel das Ideen sammeln und bearbeiten immer mehr ein großes Ganzes.

Wird diese neue soziale Funktion genutzt, so erhält jeder Mitarbeiter die für seinen Aufgabenbereich relevanten Informationen sobald eine Aktivität im System ausgelöst wird. Liest der entsprechende Mitarbeiter die Mitteilung aus dem SAP-System in seinem Yammer-Stream, so kann er direkt auf die Mitteilung klicken, falls er noch etwas zu diesem Vorgang bearbeiten muss. Daraufhin öffnet sich der Vorgang direkt in der SAP Anwendung, so dass der Vorgang nahtlos im SAP System weiterbearbeitet werden kann.

Allein die Ersparnis der sonst notwendigen unendlichen Email-Threads dürfte Grund genug sein um in Zukunft so arbeiten zu wollen.


Donnerstag, 23. Februar 2012

Nicht "ob" sondern "wann" !

Wer jetzt noch überlegt ob Web 2.0 Technologien im Unternehmen genutzt werden sollten und ob das eigene Unternehmen, die Branche oder die Produkte dazu geeignet sind stellt sich die falsche Frage.
Die entscheidende Frage ist mittlerweile nur wann und wie begonnen werden soll. Die Frage "wie" sollte allerdings sehr genau überlegt werden. Eine Sache gibt es nämlich noch die dem Ganzen gewaltig im Weg stehen kann: Die eigene Unternehmenskultur.

Enterprise 2.0, Web 2.0, Social Business oder wie auch immer man es nennen möchte lässt sich nicht wie eine Software einführen. Man muss es leben.

Wer Transparenz und Meinungsfreiheit nicht zulassen möchte und absichtlich Machtgefälle aufrecht erhalten möchte, gefährdet sich natürlich durch den Einsatz von modernen Technologien, aber da die Vorteile überwiegen werden solche Unternehmen in der Zukunft auch nicht mehr wettbewerbsfähig sein.
Und nutzen werden die Mitarbeiter diese Technologien in jedem Fall, auch wenn die Mitarbeiter dafür das Endgerät wechseln müssen...

Montag, 13. Februar 2012

SAP Network Blog: Social Media: What's Holding You Back?

Nachfolgend ein englischer Artikel aus dem SAP Community Network zu den Herausforderungen bei der Umsetzung von Social Media im Unternehmen. Die größten Herausforderungen im Bereich Social Media oder Enterprise 2.0 sind meiner Meinung nach keine technischen Fragen, sondern eher solche, die die Unternehmenskultur betreffen. Das man beim Sammeln, Verfassen, Organisieren und Auswerten von Inhalten auch auf Schwierigkeiten stoßen kann sollte man allerdings auch nicht aus den Augen verlieren, wie der Artikel zeigt: SAP Network Blog: Social Media: What's Holding You Back?

Dienstag, 31. Januar 2012

Egyptian Revolution Coming to a Business in your Area

Ich hätte diesen Blog schon beginnen sollen, als meine Faszination für das Thema Web 2.0 noch jung war, aber es ist nie zu spät. Umso größer ist meine Link- / Ressourcensammlung zum Thema Enterprise 2.0 mittlerweile geworden... Größtenteils werde ich hier nur die Links und Dokumente zusammenstellen, über die andere schon ausführlich nachgedacht haben. Ein bißchen werde ich aber auch selbst schreiben. In erster Linie möchte ich anderen eine Sammlung der Artikel und Ideen bereitstellen die ich persönlich zu diesem Thema interessant finde.